Lost in time // 7.-11.5.2015
Der dritte Tag unseres Surfkurses und leider sind wir dieses Mal nicht allein, denn drei holländische Brüder (im Alter von 10-15 Jahren) teilen mit uns den „Insctructor“. Das macht die Sache nicht leichter und die hohen Wellen machen uns Anfängern schwer zu schaffen. In der vierten Surfstunde am nachfolgenden Tag sind wir wieder nur zu zweit, was wir natürlich sehr begrüßen und auch die Wellen sind um einiges besser, als am Vortag. Es geht heute schnell zur Sache und wir versuchen das erste Mal „richtig“ zu surfen, sprich die Welle catchen, den Takeoff stehen und riding the green (der Surfer weiss, was gemeint ist;) Diesen Plan haben ebenfalls einige andere, angelockt von den hervorragenden Bedingungen, und es herrscht ein reges Getümmel, was zuweilen für uns befremdlich und ein wenig beängstigend erscheint. Der erste Unfall lässt auch nicht lange auf sich warten und wir müssen wenige Meter neben uns, schmerzerfüllte Schreie wahrnehmen, von einem Mädchen, das im Gesicht blutet, weil sie wohl von einem Board getroffen wurde. Wir versuchen den Vorfall zu vergessen und bekommen zu spüren, dass das Paddeln auf dem Brett gegen die Wellen enorm kräftezehrend ist. Während der männliche Part leider frühzeitig das Handtuch werfen muss, beweist der weibliche Part Nehmerqualitäten und kämpft bis zum Schluss im outside. Nach unseren Surfversuchen geben wir uns dem Wochenendtreiben am Strand hin und machen interessante Bekanntschaften zum einen mit einem jungen portugiesischen Hundebesitzer, dessen vierbeiniger Begleiter wohl einer speziellen Rasse angehört, die in der Serra da Estrela heimisch ist. Er legt uns nahe, dort vorbeizuschauen. Sein Hund der erst fünf Monate alt, aber bereits fünf mal so groß wie Kami, ist eine Art Schutzhund, der Schafe und Ziegen in den Bergen vor Wölfen und anderen Eindringlingen beschützt. Aber auch die belgische Tierärztin, die hier surfenderweise ihre Zeit verbringt und sich gerade einen Hund aus dem Asyl ausgesucht hat, lernen wir tanzenderweise näher kennen. Nach einem verkatertem Sonntag Morgen schaffen wir es doch noch auf den Markt von Peniche, wo wir aus dem füllhaltigem Angebot ganzer zwei Stände wählen können. Jedoch spricht die Qualität für sich und wir fahren mit gefülltem Korb nochmal zurück zum Strand, wo der weibliche Part es nicht lassen kann und sich ein Brett leiht, um zu versuchen eine Welle zu stehen.