Im Solingen Frankreichs // 12.6.2015
Wir fahren weiter durch Aquitanien und auch die Vulkane der Auvergne ziehen im Regen an uns vorbei, bis wir auf einem Schild „Thiers“ lesen. Dem männlichen Part ist dieser Ort wohlbekannt, handelt es sich doch um DIE Messerstadt Frankreichs. Da eine Pause sowieso angebracht scheint, wird hier spontan Stopp gemacht. Wir erkunden die übersichtliche nette Innenstadt und taumeln von Schaufenster zu Schaufenster der hier ansässigen Messerläden und Messerherstellern. Vor einem der Schaufenster werden wir aufeinmal angesprochen, es ist der Besitzer einer Messermanufaktur, der uns kurzerhand zu einem Workshop überredet. Im Atelier le Thiers dürfen wir nun unter fachmännischer Aufsicht und Hilfestellung unser eigenes Messer zusammenbauen. Das schnittige Ergebnis gefällt uns sehr und kommt bei der Zubereitung des Abendessens in Bourgneuf direkt zum Einsatz.
60 Millionen Kubikmeter Sand // 11.6.2015
Noch am Vorabend hatten wir uns auf den Weg Richtung Bassin d’Arcachon gemacht, um den Tipp eines Franzosen, den wir bereits in Peniche trafen, nachzugehen. Hier soll ein wahres Naturwunder direkt am Meer liegen. Als wir den kurzen Weg von unserem Nachtlager zu der größten Wanderdüne Europas der “Dune du Pilat” antreten, staunen wir nicht schlecht, über die bereits von der Straße aus sichtbaren meterhohen Sandberge, die sich hinter dem Kiefernwald auftürmen. Nach dem steilen Anstieg stehen wir oben auf der Düne und können die gewaltigen Ausmaße der Düne vom Nahen auf uns wirken lassen. Wir laufen circa einen Kilometer vorbei an den ganzen Menschenmassen, bis wir einen ruhigen Platz gefunden haben, von dem wir die herrliche Aussicht auf das Bassin d’Arcachon und dem Cap Ferret genießen. Das Wetter ist gnädig mit uns und der Regen macht für unsere Dünenbesichtigung Pause. Kaum am Bus angekommen, setzt dieser wieder ein und wir beschließen dem Schietwetter zu entfliehen und uns langsam Richtung Italien zu begeben. Trotz sintflutartiger Regenfälle, die von einem heftigen Gewitter begleitet werden, schaffen wir es noch bis Égletons im Naturpark Millevaches en Limousin, das nahe der Autobahn liegt und einen schönen Stellplatz beherbergt.
Nass im Nass // 10.6.2015
Wir genießen es sehr, jeden Tag an einem anderen Ort aufzuwachen. Ebenfalls sind die ersten Geräusche die man am Morgen wahrnimmt immer andere. Waren diese Geräusche in der Vergangenheit oft Vogelzwitscher, Kuhglocken, Hahnenkrähen, Hundegebell oder desgleichen, so sind es heute Maschinengewehrsalven. Nach kurzer Irritation und wilden Phantasien, erinnern wir uns, dass der Pinienwald direkt neben einem Militärübungsgelände liegt... Unsere erste Handlung nach dem Frühstück ist die Begehung des Strandes zum Einen, um die Wellen zu begutachten, zum Anderen, um Kami etwas auszupowern. Nachdem uns beides gelingt, fahren wir in die Stadt, um erneut mit Neopren und Surfbrett ausgestattet zum Strand zu schreiten. Dieses Mal gelingt es uns sogar zur gleichen Zeit im Wasser zu sein, während wir Kami den Bus bewachen lassen. Der aufkommende Regen hält uns nicht ab, im Gegenteil es gefällt uns bei grauem Himmel, sowohl von oben als auch von unten nass zu werden.
Einmal Surfen bitte // 9.6.2015
Wir nutzen den Morgen, um die Wellenlage in Augenschein zu nehmen und befinden diese als Anfängertauglich. Also schnell zum Verleih, um Ausrüstung aus dem Laden und kurz danach den Strand hinunter zu schleppen. Nachdem jeder von uns zwei kräftezehrende aber spaßige Stunden im Atlantik verbracht hat, sind wir wieder völlig vom Surfen angefixt und beschließen uns auch den nächsten Tag nocheinmal aufs Brett zu schwingen. Jedoch nicht in Mimizan sondern im nahe gelegenen Biscarosse. Dort verbringen wir eine ruhige Nacht in einem schönen Pinienwald direkt am Strand.
Outletparadise // 8.6.2015
Noch an unserem Nachtlager am See finden wir heraus, dass in diesem kleinen unscheinbaren Ort ziemlich alle namenhaften Firmen des Skate- und Surfsports ihren Eurpoavertrieb mit den dazugehörigen Outlets haben. Kurzerhand beschließen wir den See See sein zu lassen, um uns hemmungslos dem Konsum hinzugeben. Unsere Ausbeute eine Kappe, zwei Shirts, ein Strandtuch und ein Rollbrett, dass wir auf unserem nächsten Stopp Mimizan gleich testen, denn die Straßen des kleinen Strandortes sind wie geschaffen dafür. Und so ist es bereits dunkel, als wir von unserer Testfahrt hin zum Strand und im Zickzack zurück, wiederkehren.
dort, wo alles begann // 5.6.-7.6.2015
Wir haben nun wieder französischen Boden unter uns und zwar einen geschichtsträchtigen (zumindest was das Surfen betrifft) nämlich den von Biarritz. Hier wurde angeblich erstmals in Europa das Surfen erprobt. Auch heute noch ist die Côte des Basques voll mit den Jüngern dieses Sportes, die wir am Samstag in voller Aktion bei einem kleinen Contest beobachten können. Jenseits des Wassers ist die Stadt eher touristisch ausgelegt und dementsprechend gefüllt. Wir schwimmen mit dem Strom und lassen uns durch die Straßen ziehen. Dabei entdecken wir das ein oder andere wirklich schöne Eckchen und verweilen an einigen. Leider ist das Wetter nicht ganz so kaiserlich und der Fotoapparat verlässt seine Tasche eigentlich nicht. Zum Abend fahren wir nördlich aus der Stadt, um direkt vor ihren Toren am Strand La Madrague von Anglet zu nächtigen.
Den Sonntag verbringen wir am Strand und verlassen diesen erst gegen Nachmittag, um dem Lac d’Hossegor einen Besuch abzustatten.
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