Auf dem Pfad der Schmuggler // 20.3.2015
Nach der letzten Nacht auf französischem Boden begeben wir uns auf den nahgelegenen Küstenwanderweg vom Port Vendres zum Cap Bèar und noch ein Stück weiter. Der doch recht anspruchsvolle Weg im Massiv des Albères führt uns vorbei an sagenhaften Klippen mit atemberaubender Vegetation. So schillert es in allen Formen und Farben.
Côte Vermeille // 19.3.2015
Nach einem letzten kurzen Strandbesuch in Leucate, führt uns der Weg weiter nach Collioure einem bunten katalanischen Fischerdorf nahe der spanischen Grenze. Dort erklimmen wir kurzerhand die über dem Dorf gelegene alte Festung und bummeln danach gemütlich durch die Gassen und die schön gelegene Bucht.
petit ami pour un jour // 18.3.2015
Das Strandleben taugt uns und wir beschließen einen weiteren Tag in Leucate zu verweilen. Auch Petrus scheint uns wohlgesonnen und wir steuern das Nachbardorf La Franqui zu Fuß an. Unser gestriger Eindruck, dass die Mehrzahl der Häuser leer stehen und wohl erst in der Saison mit Leben gefüllt sind, bestätigt sich und wir kommen nicht umhin die Strandpromenade mit einer Geisterstadt aus einem Western zu vergleichen. Auf unserem Weg entlang der beachtlichen Klippen des Cap Leucate, gesellt sich auf einmal ein vierbeiniger Begleiter zu uns. Da er nicht namenlos bleiben soll, taufen wir ihn kurzerhand „Rufus – le chien“. Er begleitet uns bis ins Dorf, wo er anscheinend zuhause ist und wir müssen den Rückweg leider wieder nur zu dritt bestreiten. Am Ausgangspunkt angekommen gehen wir in die „Wellnessoase“ des Campingplatzes. Frisch geduscht lassen wir den Abend auf dem Boulodrome bei einem Match epischen Ausmaßes (mein erster Sieg) ausklingen. Übrigens haben wir erst heute Abend den ersten und einzigen Surfer sichten können.
Teil I Fotorucksack „Chrome Niko“
Der Rucksack meiner Wahl der amerikanischen Firma Chrome zeichnet sich durch sein schlichtes kompaktes Design aus. Mir gefällt, dass er nicht auf den ersten Blick wie ein Fotorucksack aussieht (wenn man nicht gerade das Fotostativ mit sich herumträgt) und er für mich die perfekte Größe und Form hat. Die variable Innenaufteilung habe ich für meine Bedürfnisse eingerichtet und es wäre noch Platz für weitere Objektive. Pluspunkte erhält der Rucksack auch für seine Verarbeitung und die verwendeten Materialien. So blieb der Innenraum trotz Regenschauern trocken. Die angenehme Passform und das komfortable Rückenpolster sind auch für längere Wanderungen geeignet.
Zur Visite im Surferparadies // 17.3.2015
Wir machen uns in Minèrve auf den Weg, um eine Wanderung am Flussbett die durch zwei natürliche Tunnel führt, zu starten. Jedoch stellen wir fest, dass um diese Jahreszeit kein Weg durch die Schlucht führt, da der Fluss noch zu viel Wasser führt. Also machen wir uns auf die Suche nach einem Alternativweg – nach zwei Stunden geben wir auf und fassen unser nächstes Ziel ins Visier. Das Surferrevier Leucate soll es richten. Dort angekommen erwartet uns ein riesiger leerer Strand. Kami ist im siebten Himmel und hämmert eifrig ihre Spuren in den Sand. „The place to be“ ist hier der Stellplatz der direkt am Strand gelegen ist. Dieser scheint sehr beliebt und wir entdecken zahlreiche deutsche Nummernschilder. Da wir jetzt auch stolze Besitzer von je drei stählernen Kugeln sind, nutzen wir den Abend, um unsere Pétanque-Fähigkeiten weiter auszubauen. Dies tun wir bis der Regen einsetzt und wir leicht fluchend das Innere unseres Bus aufsuchen.
Cirque de Mourèze // 16.3.2015
Nachdem es auch in Mouréze die ganze Nacht geregnet hat, wachen wir erstaunlicherweise ohne Regen auf und begeben uns nach dem Frühstück auf den Rundweg um den Cirque de Mourèze. Wir wandern anfangs auf sandigem Boden durch eine einzigartig geformte Felsenlandschaft, um dann auf den Mont Liausson zu steigen und wieder hinab zum Dorf, was wunderschön von den Bergen eingefasst ist. Nach dem Besuch des örtlichen Hyper-Konsumstempels verlassen wir die Gegend, um ein Stück weiter Richtung Spanien zu rücken. Unser Weg endet in Minèrve einem 100 Seelendorf, dass umgeben von Weinbergen und an einer Schlucht gelegen zu den schönsten Dörfern Frankreichs gehört. Errichtet auf und mit den Ruinen einer alten Festung wirkt es ziemlich echt und gemütlich. Die Vegetation scheint hier blütentechnisch weit voraus zu sein und so sehen wir die ersten blühenden Kirsch- und Mandelbäume.
Es ist nicht alles trocken, was glänzt // 15.3.2015
Nach fast zwei Wochen Sonnenschein und milden Temperaturen holt uns dann doch der Regen ein und es regnet den ganzen Tag in Strömen. Wir bekamen den Tipp vor halb acht am Pont du Gard zu sein, um die Kostenabzocke zu umgehen. Deshalb stellten wir uns den Wecker und stapften in Regenklamotten zum naheliegenden Unesco Erbe, um dort von einem eifrigen Wachmann zurückgeschickt zu werden. Wir versuchten dem Regen zu entfliehen, aber auch 100 Kilometer weiter in dem schönen Ort Uzès gelang uns das nicht. Trotzdem haben wir dort das bisher beste Baguette gekauft und den schönsten öffentlichen Mülleimer bestaunen dürfen. Nach Baguette und Mülleimerbesichtigung nochmal 50 Kilometer weiter, wo wir einen kurzen Stopp am Lac du Salagou einlegten. Der schön gelegene See mit dem roten Strand konnte trotzdem nicht vom Regen ablenken und wir richteten unser Nachtlager in Mourèze ein.
Wanderung von Bonnieux auf den Luberonkamm // 14.3.2015
Wie wir gestern schon beobachten konnten, wachsen in dieser Gegend viele Zedern, die in dem Ort bereits vor 300 Jahren kultiviert wurden. Wir machen uns auf den Weg und laufen erstmal eine Stunde nur bergauf. Oben auf dem Kamm des Luberon Massivs genießen wir den Weg durch den großen Zedernwald und treffen unterwegs nur ein paar wenige andere Wanderer. Fast pünktlich zum Frühlingsanfang fliegt ein großer Schwarm Kraniche an uns mit viel Geschrei Richtung Inland. Nach Lacoste dem nächstgelegenen Dorf schaffen wir es nicht mehr, da es nach Regen aussieht und unseren Schlafplatz suchen wir uns auf einen Platz direkt am Pont du Gard einem Aquädukt, das früher die Städte mit Wasser versorgt hat.
Oberhalb von Cassis und die Stadt mit den zwei Kirchen // 13.3.2015
wir morgens kurz inspizieren und dann weiter nach Bonnieux fahren, einem kleinen Dorf mitten im Naturpark Luberon. Dort riecht es überall angenehm nach verfeuertem Holz und wir verbringen einen ruhigen Tag und planen eine größere Wanderung morgen früh zu machen.
Die Suche nach der Bucht // 12.3.2015
Der Tag beginnt mit einem grandiosem Frühstück. Nach Tagen des Weißbrotverzehrs, sind wir auf der Suche nach einem dunklen Brot gestern in der Stadt fündig geworden. farinomanfou.fr/ ein Bäcker der ausschließlich Brote im Laden anbietet. Der rustikale und puristische Verkaufsraum war gleichzeitig auch die Bäckerei und mehr als drei Leute hatten vor der Theke kaum Platz. Es gab eine übersichtliche Auswahl an Broten. Zum späten Nachmittag an einem Mittwoch lagen dort noch ungefähr sieben verschiedene Brotlaibe, diese aber in ganz unterschiedlichen Formen. Wir entschieden uns für ein Influence d’Ukraine ein Brot mit Roggenmehl und einer dunklen Kruste. Wir aßen es zum Frühstück mit Pflaumenmarmelade und Käse und konnten gar nicht sagen, welche der beiden Varianten sich besser auf dem Brot gemacht hat. Wie sich herausstellt, gibt es nicht alle Brote auch an allen Tagen und manche scheinen bereits früh morgens vegriffen zu sein. Wir wünschten, wir hätten noch ein paar mehr Brote probieren können. Die Ladenidee und Qualität der Produkte begeistert uns und wir können hier vollsten unterschreiben, dass weniger manchmal mehr ist.
Gestärkt machen wir uns auf den Weg in die von Bergen umgebene kleine Küstenstadt Cassis. Der Hafen ist proppevoll und wir flüchten nach Westen und begeben uns auf einen Wanderweg Richtung den Calanques. Unser Ziel eine der schönsten Badebuchten Cassis, erreichen wir nicht, da wir uns verlaufen und es bereits spät ist. Nach 5 1/2 Stunden erreichen wir den Bus voller schöner Impressionen der fjordartigen Landschaft und suchen uns einen kleinen Platz hoch über Cassis mit Blick auf die Küste.
Teil II // 10.+11.3.2015
In Aix en Provence möchten 80 % der Franzosen leben und nach einem Stadtbummel möchten wir das definitiv auch! Die kleinen verwinkelten Gassen mit den schmalen und tiefen Läden versprühen einen unglaublichen Charme. Jeder Genießer ist hier gut aufgehoben, man sitzt gemütlich auf einen der vielen Plätze unter großen Bäumen oder deckt sich mit Delikatessen jeglicher Art ein. Von den 125.000 Einwohnern, sind viele Studenten unter denen wir uns fast ein bisschen alt vorkommen. Unseren Abend krönen wir mit einer Pizza von Sepis Pizzastand, der von einem Franzosen betrieben wird. Dieser öffnet bereits seit 12 Jahren jeden Tag an der selben Stelle um 19 Uhr seinen Pizzawagen, um die Städtler mit schmackhafter Holzofenpizza zu versorgen.
Auf den Spuren von Maria Magdalena // 10.3.2015
Das kleine Örtchen Sainte Baume am gleichnamigen Massiv gelegen, ist bekannt durch den Aufenthalts Maria Magdalenas, wie sich erzählt wird. Zur berühmten Grotte haben wir jedoch keine Lust zu wandern, da uns aus der Richtung Massen an Pilgern entgegenkommen. Also wandern wir erst ein längeres Stück durch ein stetig steigendes schönes Wäldchen, um dann nach 1 1/2 Stunden den Pas de Villecroze hinaufzusteigen. Von dort ab laufen wir fast 2 Stunden auf dem Bergkamm zum Col du Saint Pilon zurück. Es macht sich ein Gefühl von Freiheit breit, die Landschaft ist wunderschön felsig und doch auch grün. Wir können kaum unseren Augen trauen, als unser Weg durch eine Horde von Bergziegen versperrt wird. Ein wenig ängstlich wie sie auf den Hund reagieren würden, machen wir besser einen großen Bogen um sie herum. Nach 4 Stunden erreichen wir den Bus und fahren nochmal nach Aix en Provence, da wir uns das letzte Mal nicht die Zeit genommen haben, um uns die Stadt anzuschauen.
Kühles Nass // 9.3.2015
Wir fahren zu den Wasserfällen Sillans la Cascade, um dort paradiesisch zu baden, jedoch stellen wir vor Ort fest, dass der komplette Wasserfall eingezäunt ist und keine Möglichkeit besteht, irgendwie nach unten zu gelangen. Enttäuscht starten wir zur nächsten Bademöglichkeit einem Naturfreibad in Salernes. Dies ist auf jeden Fall das allerschönste Freibad, was wir je gesehen haben. Leider ist das Wasser eiskalt und wir schaffen es nur bis zum Bauch hineinzusteigen. Nach dem faulen Tag fahren wir in den Ort Plan d’Aups ins Saint Baume Massiv, um uns dort morgen körperlich zu ertüchtigen.
Französische Gelassenheit // 8.3.2015
Nach frühlingshaften Gefühlen und einer aufblühenden Landschaft fahren wir gen Norden durch die Côte de Provence weitgehend entlang an Weinbergen Richtung Verdon und dem Lac de Ste. Croix, wo es eher früh-herbstlich aussieht, dies mag aber auch an der verschneiten Bergkulisse liegen, die man in der Ferne erkennen kann. Unterwegs machen wir Stop in dem 3000 Seelendorf Carcès, um dort eine Badestelle am Fluss l’argens zu inspizieren. Leider war das Wasser eiskalt, aber das ist kein Hindernis für Kami und sie flippt fröhlich aus. Im Ort herrschte eine unglaubliche Atmosphäre von totaler Entspanntheit und Friedlichkeit. Man traf sich zu einem Getränk in dem Bistro am Dorfbrunnen und genoss das Leben, wie uns schien. Dennoch brechen wir weiter zum Stausee auf. Die Wanderung von gestern steckt uns immer noch ein wenig in den Gliedern und wir beschließen am See in einer einsamen Bucht zu entspannen. Das erste Buch ist schon gelesen und das zweite wohl auch bald. Eine Fahrt an Lavendelfeldern, die leider noch nicht blühen, führt uns zu unserem Übernachtungsplatz nach Riez. Im örtlichen Supermarkt scheint jeder jeden zu kennen und es ist schwer sich zwischen dem ganzen „Bisou Bisou“ durch die Regale zu kommen. Die französische Gelassenheit steckt uns immer mehr an.
Azurblaue Küste und rote Felsen // 6.2.2015
Nach einer erholsamen ruhigen Nacht füllen wir unsere Reserven auf und sind gewappnet für die Côte d’Azur. Wir lassen Monaco, Nizza und Cannes getrost links liegen und schlängeln uns an der Küste entlang Richtung Agay, einem kleinen unromantischen Ort mit einer umso schöneren roten Küste und kleinen Badebuchten. Von Agay machen wir uns auf den Küstenwanderung zum Cap Du Drumont mit Abstecher zum Aussichtspunkt Bélvedère de la Batterie auf. Die Villendichte hier ist hoch und die Gärten nehmen parkähnliche Ausmaße ein. Nach der wunderschönen Wanderung finden wir einen umso schöneren Platz direkt am Meer.
Im Reich der Düfte // 5.3.2015
Wir nehmen unser Frühstück im Freien mit Blick bis in die Verdonschlucht ein. Danach starten wir nach Grasse das bekannt ist für seine Parfümherstellung. Das verwinkelte Grasse entpuppt sich als nicht ganz so krass, wenn man einmal eine Grundorientierung erlangt hat. Wir treffen einen kanadischen Arzt der laut eigener Aussage nicht für das Leben gemacht ist und zuverlässig weist er uns die Luftlinie nach Nizza und legt uns Grasse ans Herzen. Er hat noch weitere Anekdoten auf Lager, für die unser Französisch leider nicht ausreicht. Also brechen wir weiter auf in die Berge in das laut Führer schönste Dorf Frankreichs Gourdon. In der Tat sehr ansehnlich doch die Stadt wirkt eher tot und die Geschäfte sehr auf den Tourismus ausgelegt. Nach einem kurzen Rundgang durch die Stadt beschlossen wir bergabwärts zu wandern, den Schildern Pont Le-Bar-Sur-Loup immer folgend. Dort angekommen, wurde uns zu bewusst, dass diese Brücke nur noch aus Fragmenten besteht. Also den ganzen schweisstreibenden Weg zurück auf den Berg. Unser Nachtlager schlagen wir in Tourrettes-sur-Loup einem Campingplatz auf, wo außer Eseln und Hühnern fast nichts los ist und wir fallen frisch geduscht ins Bett.
Wasserfall aus dem Bilderbuch // 4.3.2015
Der Bus ist jetzt schon zu unserem Zuhause geworden und wir fühlen uns wohl. Mittlerweile hat auch alles seinen Platz gefunden und jeder Handgriff sitzt. Das Aufstehen fällt ein wenig schwer, aber wieso auch nicht, wir haben ja Zeit. Wir tuckern über den Pass Richtung Saint Cézaire sur Siagne. Die Wanderung führt uns durch Olivenbäume und am Wegrand wächst wilder Thymian, wo wir nicht widerstehen können, und uns für die mobile Küche eindecken. Die Nähe zum Meer ist spürbar, das Klima sehr mild und die Vegetation fängt bereits an aufzublühen. Besonders die gelbblühenden Mimosen prägen das Landschaftsbild. An der Schlucht angekommen erwartet uns eine wunderschöne kleine Badestelle mit Wasserfall und türkisblauem klaren Wasser. Ich lasse es mir nicht nehmen, eine erfrischendes Bad zu nehmen, obwohl es erst Anfang März ist. In Cabris finden wir einen schönen Platz, der direkt Sicht auf das Tal bietet. Die im Supermarkt entdeckten Raviolies de Dauphiné sind bereits zu unserem Lieblingsessen geworden. Die kleinen hauchdünnen Teigtaschen sind mit Frischkäse, Comté und Petersilie gefüllt und benötigen nur 1 Minute im kochenden Wasser. Wir verfeinern Sie mit Gemüse, Butter, ein wenig Zitronenschale und natürlich unserem selbstgeernetem Thymian, Bon appétit!
Wo auch andere gerne wären // 3.3.2015
Das Schlafen im Bus funktioniert mittlerweile mit immer weniger Aufwachphasen und wir erwachen im strahlenden Sonnenschein und können mit geöffneten Türen ein Deluxe Frühstück zu uns nehmen (der Veganismus muss hier mal ein wenig pausieren). Im Bäcker hatten Teigliebhaber wie wir einmal mehr die Qual der Wahl – es gab dort ungefähr sechs verschiedene Baguettesorten und süße Leckereien wie kleine Tartes in jeglichen Formen. Da wir in den letzten Tagen sehr viele Kilometer hinter uns gelassen haben und viele Stunden im Bus saßen (und langsam hinter Lkws getuckert sind, da der Bus gefährlich zu schwanken anfängt wenn man schneller als 100 fährt…), fahren wir in den nahgelegen Ort Vauvenargue um von dort zum Croix de Provence zu wandern. Wir laufen bei gefühlten 20 Grad 1 1/2 Stunden durch eine mediterrane Felsenlandschaft und trotz des heftigen Anstiegs genießen wir jede Minute. Am Gipfel erwartet uns ein unglaubliches Panorama. Unsere Schlafstätte ist ein Parkplatz direkt neben dem örtlichen Friedhof.
ein netter Vorgeschmack // 2.3.2015
Nach einer durchregneten Nacht starten wir bereits früh in Richtung Lac de Serre Poncon. Die Fahrt dorthin ist zwar lang, aber das beeindruckende Bergpanorama entschädigt jeden Kilometer. Etliche Serpentinen später haben wir den See erreicht, das komplett leere Seeufer, das türkisfarbene Alpenwasser und die Bergkulisse lassen uns das erste Mal richtig durchatmen. Da wir aber erstmal genug von frostigen Temperaturen haben, zieht es uns weiter in den Süden, vorbei an riesigen Obstplantagen und so landen wir in der Hauptstadt der Provence „Aix en Provence“. Wir leisten uns einen Campingplatz (noch nie hat eine Dusche so gut getan) und essen draußen bei milden Temperaturen.
1.124.500.000 m³ // 1.3.2015
Mittlerweile gewöhnt an den Schnee scheuen wir uns nicht mehr vor größeren Bergpässen. So führt uns unser Weg durch das verregnete Jura Gebirge bis zum Lac d’Annecy. Hier ist es relativ touristisch und nicht ganz so idyllisch wie wir es uns vorgestellt haben. Nach einer kleinen Wanderung hoch zum „Super Panorama“ (gar nicht so super, weil sich das ganze Tal in Nebel hüllt), zieht es uns zurück in den warmen Bus und der konstante Regen lässt uns gemütlich im Bus verweilen.
Die Drei Seen // 28.2.2015
Wir steuern unser zweites Ziel an und haben wieder das Wetter ein wenig unterschätzt. Lac Ilay, Lac Narlay und Lac Maclu erwarten uns in einer meterhohen Schneepracht! Zumindest können wir hier den nicht vorhandenen Winter in Hamburg ein wenig nachholen und ausleben. Eine Wanderung im kniehohen Schnee bereitet besonders Kami viel Freude. Da uns die Wassersystematik in unserem Bus noch nicht so leicht von der Hand bzw. wir mit der Funktionsweise überfordert sind (Überflutung auf dem Stellplatz als wir versucht haben den Wassertank zu füllen), steuern wir einen Stellplatz in Saint Claude an. Das Wildcampen ist hier gar nicht so einfach, wie wir uns vorgestellt haben, da die schmalen Bergstraßen nicht viel Platz dafür lassen. Unser erstes gekochtes Essen im Bus fühlt sich wahnsinnig gut im Bauch an.
Im Tal des Münsterkäses // 27.2.2015
Start Richtung Vogesen - unser Ziel sind die drei Seen (Lac Blanc, Lac Noir und Lac Forlet) hochgelegen in den Vogesen. Hinter der französischen Grenze führt uns der Weg vorbei an wunderschönen Weinbergen und kleinen Dörfern. Kurz vor dem Ziel wird es langsam dunkel, die Serpentinen werden immer verschlungener und die Landschaft immer weisser. Schneeinferno. Wir schaffen es irgendwie noch im Schneegestöber auf den Berg, aber oben angekommen Nerveninferno, ich erleide meinen zweiten kleinen Nervenzusammenbruch in meinem Leben. Ich sitze mit zitternden Beinen hinter dem Steuer und kann nicht mehr nachdenken. Der Parkplatz ist komplett zugeschneit, es weht ein heftiger Schneesturm und die Sommerreifen finden keinen Halt mehr. Doch zum Glück ist Käptn Philipp auf der Brücke, der den Kahn wieder sicher zurück ins Tal steuert. Dort suchen wir uns völlig mitgenommen in Kaysersberg einen Stellplatz direkt am Ortsrand. Dort liegt keine einzige Flocke und wir genießen am nächsten Tag den sonnigen Morgen.
© 2026 The Good Times